Henry James Sullivan

 

 

 

 

 

Name: Sullivan
Vorname: Henry James
Rufname: Henry

Geburtstag: 24. März

Sternzeichen: Aries

Alter: 21 Jahre
Rasse: Werwolf

Rudel: honorary Dakabi Wolf

 

 

 

 

 

 

 

Haarfarbe: Braun
Augenfarbe: Grau

Größe: 1,83 m

 

 Graue Augen blitzten zwischen den Bäumen auf. Die helle Schnauze, nur über der Nase dunkles, rötliches braun, witternd in die Luft erhoben. Dunkle, beinahe schwarze Ohren zuckten leicht, aufmerksam auf jedes Geräusch horchend. Nur diesen einen Moment hielt er inne, nach unerwünschten Beobachtern Ausschau haltend, bevor der dunkle Wolf wieder in einen strengen Trab verfiel, sich geschickt zwischen den eng stehenden Bäumen seinen Weg suchend.


Kräftig stießen sich die Hinterläufe von der Erde ab, einen dicken, umgefallenen Baumstamm zu überwinden. Ersetzt durch Menschenfüße, die auf der anderen Seite auf den Boden aufkamen. Einen Moment Stabilität vortäuschend, bevor sie sich in Ästen und Wuzeln verhedderten, den jungen Mann ins Stolpern geraten ließen und dafür sorgten, dass er in einem Dornenstrauch landete. Laufstark fluchend, zahllose verbale Angriffe auf das Gebüsch startend, versuchte er sich daraus zu befreien.
Unnachgiebig schlangen sich jedoch die dornenbesetzten Ranken um seinen Körper, erschwerten jeden Versuch sich aufzurichten, während sie tiefe Kratzer und Risse in der Haut hinterließen.

Als wolle er ihm drohen, stand er schließlich die Miene zu einem schwachen Zähnefletschen verzogen und die Hände in die Hüften gestemmt, vor dem Busch.


Atmete tief durch, während die auch in dieser Gestalt noch deutlich grauen Augen, durchsetzt von anderen Farben, seinen Körper auf hängengebliebene Dornen und Äste untersuchte, die Fingerspitzen sacht über blutige Kratzer fuhren.
Von einem Stirnrunzeln und einem letzten finsteren Blick auf den Busch begleitet, fuhr er sich mit den Fingern durch das wirre, braune Haar, in dem fahrigen Versuch, sie wenigstens ein wenig zu ordnen, straffte die Schultern und wante sich von dem dornigen Busch ab, als wäre nichts geschehen.


Aufmerksam streiften die hellen Augen über den Waldboden, als er nun seinem eigentlichen Vorhaben nachging.
Erfreut über die Entdeckung, seine Kleidung genau so feinsäuberlich zusammengelegt wiederzufinden, wie er sie vor seiner Verwandlung hinterlassen hatte.

 

Gelassen schlüpfte er in die Hosen, streifte sich das Hemd über, knöpfte es in aller Ruhe zu, bevor er in die Stiefel stieg, sich seinen Mantel überzog.
Leicht möglichen Sand und Dreck von der Kleidung klopfend, strich er sie glatt, fuhr sich noch ein weiteres Mal durchs Haar, bevor er durch das Unterholz stapfte, nach kurzer Zeit einen schmalen Waldweg betrat.

 

"Henry", erklang eine helle Frauenstimme hinter ihm. Breit lächelnd drehte er sich schwungvoll auf dem Absatz um, einen beinahe entschuldigenden Ausdruck in den Augen.

"Wo hast du so lange gesteckt?", fragte die hübsche Blonde. Fast war ein anklagender Ton aus ihrer Stimme zu hören.
Leicht hob er die Schultern, während er auf sie zu schritt.
"Ich wollte nur etwas überprüfen", erklärte er mit seiner samtenen Stimme, schüttelte leicht den Kopf, andeutend, dass er nicht mehr darüber sagen würde.


Sie war ein Mensch, ein reizender, bezaubernder zwar, doch immer noch ein Mensch. Unmöglich könnte er ihr erklären, weshalb er als Wolf durch den halben Wald gerannt war, allein die Tatsache der Verwandlung wäre unglaubwürdig, verwirrend und beängstigend genug, wenn man nicht einer von ihnen war.

 

Irritiert senkten sich ihre Augenbrauen, ihn stirnrunzelnd betrachtete, als er vor ihr zu Stehen kam. Nachdenklich biss sie sich auf die Unterlippe, als sie die Finger nach seinem Gesicht ausstreckte, sacht über einen tiefen Kratzer auf seiner  Wange fuhr. "Was ist denn mit dir passiert?" Seichte Besorgung in der Stimme, war es doch eher Verwunderung, die sie zu der Frage führte.

"Ach das", erwiderte er lachend. "Nur eine Begegnung mit einem großen, bösartigen Bären", erklärte er. "Natürlich habe ich ihn erledigt, aber auch ich komme nicht ohne ein Paar Kratzer davon, wenn mich ein wildes Tier attakiert." Kurz presste er die Lippen aufeinander, während sie sich verzogen, sagte ihr Blick zu deutlich, dass sie ihm diese Geschichte nicht abnahm. Die Augenbrauen abwartend auf eine ehrliche Erklärung in die Höhe gezogen.
"Wirklich", beteuerte er. "Ein Bär..." eine kurze Pause, bevor er erneut die Schultern hob. "In Form eines gemeingefährlichen Dornenstrauches?", verkündete er nicht ohne Zweifel in der Stimme. 

 

"Aber wie gesagt, ich habe ihn fertig gemacht, du brauchst dir also keine Sorgen zu machen, von wilden Dornen angegriffen zu werden." Die Geschichte mit dem Bär gefiel ihm trotz allem besser. Erwartungsvoll hoben sich seine Mundwinkel, sanken jedoch wieder, als das Mädchen lediglich skeptisch eine Augenbraue in die Höhe zog und den Kopf leicht schüttelte, das sachte Lächeln, das keinesfalls seinem Witz zuzuschreiben war, jedoch nicht verbergend.

 

"Wir sollten weiter", erklärte sie stattdessen und wandte sich um.
Schulterzuckend folgte er ihr.

Impulsiv und spontan lebt er sein Leben von Tag zu Tag. Lässt sich von Schicksal und Zufall treiben, oftmals jedoch einfach von seinen Launen. Das Leben ist für ihn nicht mehr als ein Spiel, das er bis aufs Letzte auszukundschaften sucht.

Geht sorglos und unbekümmert durchs Leben, während er sich darauf verlässt, dass alles schon irgendwie wird. Dass er irgendwo eine Unterkunft für die Nacht findet, irgendwoher etwas zu essen bekommt. Er lässt sich nicht ohne Weiteres an einen Ort, an eine Person ketten, nicht einmal durch Liebe.

 

Er mag impulsiv sein, manchmal unberechenbar, doch er ist nie langweilig, scheinen jede Menge verrückter Ideen in seinem Kopf eingesperrt nur darauf zu warten, freigelassen zu werden.

 

Früher hat er einem Rudel angehört, doch schon vor einigen Jahren verließ er die vertraute Umgebung, ohne ein Wort des Abschieds, ohne Kontakt all die Jahre zu denen die er Freunde und Familie nannte. Zu beschäftigt, die Welt zu bereisen, als Einzelgänger durch die verschiedenen Länder zu streifen.

 

Packs fremder Städte, fremder Länder meidend, ihnen aus dem Weg geht, nicht zuletzt, doch auch nicht ausschließlich, einer Prägung zu entgehen, ist er ein Weltenbummler, der trotz seiner Selbsternennung zum Einzelgänger keineswegs auf Einsamkeit aus ist. Umgibt sich mit Menschen, schließt schnell Freundschaften, die er jedoch ebenso schnell hinter sich lässt.

Doch er vergisst nicht, vergisst niemanden. Wenn er auch ohne weiteres spurlos verschwindet, als hätte es ihn nicht gegeben, als wäre er nur eine Illusion gewesen, für kurze Zeit, das Leben und seine Freunde mit anderen teilend, kommt er ebenso unangekündigt zurück. Verhält sich, als läge das letzte Treffen, das letzte Gespräch weniger als 24 Stunden zurück, als wäre nichts geschehen, er nie weg gewesen.

 

Schon als Kind trieb er seine Eltern regelmäßig in den Wahnsinn, indem er für Stunden, Tage verschwand. Als Jugendlicher dehnten sich die Zeiten der Abwesenheit zu Wochen und Monaten, doch er kehrte immer zurück, lag plötzlich schlafend in seinem Bett, saß lachend vor dem Fernseher, stand hungrig vor dem Kühlschrank, als wäre er nie fort gewesen.

Bis er schließlich das letzte Mal verschwand, Jahre lang nicht zurückkehrte, nicht einmal Kontakt aufnahm, doch er würde zurück kehren, wie er es immer tat.

Kommentare: 0